Zwischen Trend-Scout und Integrationsmanager
Feel Good Manager bei AGI

von Sven Stöbener


Die Stuttgarter Multimedia–Agentur AGI hat als erstes deutsches Unternehmen im Multimedia-Bereich die Stelle eines Feel Good Managers besetzt, dessen Aufgabenfeld sich vom Szene-Scout bis zum Integration-Management erstreckt. Damit leutet AGI eine neue Richtung hinsichtlich Mitarbeiterintegration und -motivation im immer schnelllebigeren und damit auch inhumaner werdenden Business ein. Das Unternehmen folgt damit der Erkenntnis, dass ein intaktes Betriebsklima ein entscheidender Faktor für den Unternehmenserfolg ist. Sven Stöbener hat sich informiert.

AGI überraschte im April mit der Stellenausschreibung eines Feel Good Managers - eine zeitgemäße Form der Mitarbeiterbetreuung in Mulitmedia Agenturen. An dieser Stelle werden sicherlich einige Firmen behaupten, dass sie eine solche Position schon seit langem besetzt haben. Das mag seine Richtigkeit haben, allerdings nicht in dieser dynamischen und kreativen Form wie es für eine junge Multimedia-Agentur angemessen ist. Das Stellenprofil zwischen Trend-Scout und Intergrationsmanagemer kommt bei AGI nicht von ungefähr, sondern wurde aufgrund der tagtäglichen Erfahrungen mit dem ständigen Mitarbeiterzuwachs gestaltet. Monatlich beginnen etwa fünf bis zehn neue MitarbeiterInnen, die ortsfremd und zum Teil aus dem Ausland kommend, integriert werden müssen.

AGI stellt sich dieser Verantwortung und trägt Sorge für das allgemeine Wohlbefinden in der Agentur. Stefanie Thimm, AGI-Pressesprecherin: "Bei uns ist das Betriebsklima nicht nur auf dem Papier wichtig; es soll gelebt werden." Die Feel Good ManagerIn soll den neuen MitarbeiterInnen durch ein breit gefächertes Freizeitangebot das Leben in Stuttgart schmackhaft machen und ein positives Bild der Stadt vermitteln. Neben Freizeittipps sollen Events - seien es Wochenendveranstaltungen, wie z.B. Radtouren, oder interne und externe Partys - organisiert werden. Darüberhinaus zählt die Mithilfe bei der Wohnungssuche genauso in den Aufgabenbereich wie das Begleiten ausländischer Mitarbeiter bei Behördengängen. Die Aufgaben erfordern ein großes Maß an Organisation und Offenheit, gute Szene–Kontakte und kommunikative Fähigkeiten. Die perfekte Besetzung für diesen Posten wurde gefunden: die französische Literaturwissenschaflterin Nathalie Karanfilovic. Unseren LeserInnen ist sie bereits als Kennerin der HipHop-Szene bekannt. Als Gastgeberin für Themen-Parties, wie jüngst im Hi Club, und als Interpretin des Labels Starfonique hat sie sich in der Stuttgarter Clubszene einen Namen gemacht. Zur Zeit promoviert sie an der Stuttgarter Universität in Amerikanistik über HipHop.

Laut Stefanie Thimm werden sich zukünftig viele Unternehmen Gedanken über eine dem Feel Good Manager vergleichbare Position machen müssen. Dies gilt vor allem, für die kulturelle Integration internationaler Teams. Ebenso ist es wichtig, Projekt-Teams, deren MitarbeiterInnen oft monatelang "zusammengewürfelt" in einer fremden Stadt arbeiten, zu betreuen. Über die Gruppen- und Inhouse-Events hinaus wird es immer wichtiger, den individuellen Interessen und Problemen entegenzukommmen. Denn hochqualifizierte Fachkräfte sind nicht selten Indivualisten, die zu viele Team-Events auch schon mal als "Gruppenzwang" empfinden und lieber auf eigene Faust ihren neuen "Standort" entdecken wollen.

 

www.agi.de

Nathalie Karanfilovic' Artikel bei medienkultur-stuttgart.de:
Poetry Slam Stuttgart, Mai 2001
Interview mit Zoran Bihac, Januar 2001
Interview mit Johannes Strachwitz, 0711 Büro, Dezember 2000

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