Einen Schritt weitergehen
Symposium zur Studie Kunststadt Stuttgart
von Marko Schacher
Auf dass sich die möglichen Synergieeffekte der bereits im Frühjahr
2000 von angehenden Kunsthistorikern der Stuttgarter Universität
vorgelegten Kunststudie Kunststadt Stuttgart endlich entfalten
mögen, lädt Pfarrer und Hospitalhof-Leiter Helmut A. Müller
zum Symposium. Marko Schacher kommentiert das Vorhaben.
Seit ihrem Erscheinen im Frühjahr 2000 hat die von
Kulturbürgermeisterin Iris Magdowski in Auftrag gegebene Kunststudie
Kunststadt Stuttgart für Aufregung in der hiesigen Kulturszene
gesorgt. Unverblümt wurde von angehenden KunsthistorikerInnen der
Universität Stuttgart unter Leitung von Beat Wyss die mangelnde Vernetzung
der hiesigen Kunstszene und diverse Mängel auf städtischer Seite
angesprochen.
Die Studie war seitdem Bestandteil einer öffentlichen Vorstellung
im Rathaus, einer Kulturausschuss-Sitzung und einer von den Stuttgarter
Nachrichten organisierten - Diskussionsveranstaltung im Württembergischen
Kunstverein. Auch wenn die involvierten Kunsthistoriker und die meisten
Galeristen die Lage ganz anders beurteilen, ist Pfarrer und Hospitalhof-Leiter
Helmut A. Müller der Meinung, dass die Studie selbst bereits genügend
diskutiert wurde: Diese Diskussionen noch einmal zu wiederholen,
bringt nichts. Mir geht es darum, einen Schritt weiterzugehen, und anstehende
Schritte vorzubereiten.
Deshalb sitzen in dem von Müller organisierten und zusammen mit dem
Kulturamt veranstaltetem Symposium Kunststadt Stuttgart keine
unmittelbar Beteiligten im Podium, sondern allenfalls im Publikum. Hans-Heinrich
Grosse-Brockhoff, Düsseldorfer Beigeordneter für Kultur, und
Frank Mussmann, Präsident der Offenbacher Hochschule für Gestaltung,
sollen zeigen Was andere bewirken, und was Stuttgart tun kann.
Die Kunstakademie-Professorin Marianne Eigenheer, der Galerist Michael
Sturm und Andreas Jürgensen, seit Januar neuer Leiter des Württembergischen
Kunstvereins, sollen die Frage beantworten Was Stuttgart tun muss,
um sich als Kunststadt zu profilieren.
Solch ein öffentliches Symposium ist jedenfalls ein Schritt in die
richtige Richtung. Wenn während dieser Veranstaltung die Kunststudie
endlich einmal zur Einsicht, oder gar zum Verkauf ausliegen würde,
könnten sich auch Szene-Outsider ein eigenständiges Bild machen
und ihren Beitrag zur Diskussion leisten. Zu hoffen ist, dass diesmal
nach den lauen Besucherzahlen und der laschen Publikumsbeteiligung
beim ifa/Solitude-Symposium Arbeiten Institutionen an Künstlern
vorbei? im Oktober die Galeristen und Institutionsleiter,
vor allem aber die Vertreter der Off-Space-Kultur, kommen werden und mit
ihrer Meinung nicht hinterm Berg halten.
Dieser Text basiert auf einem Artikel in LIFT 2/01
Symposium Kunststadt
Stuttgart:
13.2., 14 bis 17 Uhr, Kleiner Saal des Hospitalhofs, Gymnasiumstr.36,
Stuttgart