Staatsgalerie in neuem Gewandt
Beim Relaunch des Staatsgalerie-Online-Auftritts gewann "6B Neue Medien"

Die Entscheidung für das neue Online-Gewand der Staatsgalerie fiel den Verantwortlichen nicht leicht, da neben einem innovativen Entwurf von AGI auch sehr interessante Ansätze der teilnehmenden Agenturen Melle-Pufe, Struktur, AV Communication, input-design, nullzeit und drei.neun präsentiert wurden. Holger Wölfle stellt die Entwürfe einiger am Pitch beteiligten Agenturen und die wesentlichen Neuerungen vor.

Der Gewinner, die Agentur "6B Neue Medien" (die Entscheidung fiel durch einstimmigen Beschluß des Gremiums, das aus Vertretern der Staatsgalerie, der Agentur SeidlCluss und dem Sponsor DaimlerChrysler bestand) bestach vor allem durch Ihre gute Strukturierung der Inhalte, sowie durch eine des Corporate Designs der Staatsgalerie entsprechende grafische Konzeption.

Ein Schwerpunkt der 6B-Konzeption stellt die Tagesaktualität der Informationen dar. Der Besucher kann sich durch einen umfangreichen Terminkalender vor seiner Staatsgalerie-Visite über aktuelle Vorträge, Veranstaltungen und Ausstellungen informieren. Die Zielgruppe soll nicht alleine auf das klassische kunstinteressierte Publikum beschränkt bleiben, sondern auch neugierige Bürger zu einem Besuch animieren. Außerdem soll der User auf Informationen rund um die Staatsgalerie zugreifen können. Themen zur Architektur der Staatsgalerie, aktuellen Ausstellungen und Ausstellungskonzeptionen bereichern das Angebot. Eine wesentliche Neuerung stellt das Redaktionssystem dar. Über eine Eingabemaske wird es den Mitarbeitern der Staatsgalerie möglich sein, auch ohne hohe spezifische Kenntnisse webbasierter Programmierung tagesaktuelle Inhalte in die Websites einzubinden.

Bedauerlich ist die Tatsache, daß Umfang und Potential des neuen Internetauftritts der Staatsgalerie hinter den Möglichkeiten zurückbleiben. Kaum ein anderes Museum in Deutschland verfügt über eine solch exzellente Sammlung an Kunstwerken wie die Staatsgalerie. Bedingt durch die räumliche Enge "verstaubt" aber der Großteil der Sammlung, sowie eine umfangreiche Sammlung grafischer Werke in den Tiefen des Depots. Vor allem Kunsthistoriker und Studenten der Kunstgeschichte wissen um die Schwierigkeiten, einen Zugang zu diesen Werken zu bekommen. Eine Einbindung dieser selten bis nie ausgestellten Werke wäre wünschenswert.

Interessant und informativ wäre auch die Integration einer umfangreichen Linksammlung zu anderen Websites, welche über Künstler und Werke der Staatsgalerie informieren. Mit etwas mehr Budget hätte der Besucher seinen Museumsbesuch nach eigenen Interessen und Schwerpunkten zusammen stellen können. Da die Daten aber nur statisch zur Verfügung stehen, wird eine solche Möglichkeit schon im Vorfeld ausgeschlossen. Innerhalb persönlicher Gespräche mit den Entscheidungsträgern wurde aber deutlich, dass sich diese Wünsche durchaus mit den Vorstellungen der Verantwortlichen decken, die Realisierung aber - wie so oft - an den finanziellen Mitteln scheitert. Weitere Schritte des Ausbaus sind jedoch in Planung.

Nachfolgend, die Screenshots einiger am Pitch beteiligten Agenturen. Durch die Veröffentlichung soll ein wenig Transparenz in den Entscheidungsablauf gebracht werden. Überrascht waren die Vertreter der Staatsgalerie und des Sponsors DaimlerChrysler über das" durchweg sehr hohe Niveau" der eingereichten Entwürfe. Den Entwurf der Stuttgarter Agentur "6B" wird medienkultur-stuttgart.de nach dem Launch im Frühjahr 2001 ausführlich vorstellen.

Screenshot/Entwurf der Agentur AGI
"Was die Staatsgalerie im Internet bieten will: Information. Was die Staatsgalerie bieten könnte: die erste deutsche von einem Kurator betreute Webkunstsammlung. Ein Kubus symbolisiert diesen Unterschied. Außen - auf den Fassaden - die Infos, Hinweise und Berichte. Drinnen - im Würfel - die Webkunst. Zwei Ebenen also für zwei Wege das Netz zu nutzen: rein plakativ und wahrhaftig real" (Eigenbeschreibung)

Screenshot/Entwurf der Agentur DREI
"Getreu dem Thema der Staatsgalerie "Kunst braucht den Betrachter, der Betrachter braucht die Kunst" wollte die Agentur drei.neun Mediengestaltung GmbH die Beziehung zwischen der Kunst und dem Menschen im realen (Staatsgalerie) und im virtuellen Raum (Internet) abbilden und beide Welten durch interaktive Anwendungen, die in beiden Räumen installiert sind, miteinander verbinden. Das Design der Website der Staatsgalerie sollte als modern, edel und menschlich-warm präsentiert werden. Bilder (außer den Kunstwerken) sollten nur in Verbindung mit Menschen gezeigt werden." (Eigenbeschreibung)

 


Screenshot/Entwurf der Agentur NULLZEIT.

Weitere Informationen unter: http://www.nullzeit.de/staatsgalerie.pdf

 


Screenshot/Entwurf der Agentur MELLE-PUFE


Screenshot/Entwurf der Agentur AV COMMUNICATION


Screenshot/Entwurf der Agentur INPUT-DESIGN

 

 

http://www.6b.com
http://www.drei.neun.de
http://www.agi.de
http://www.struktur.de
http://www.melle-pufe.de/
http://www.avcommunication.de/
http://www.input-design.de/
http://www.nullzeit.de/

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